Deine DXF wird in falscher Größe importiert? Es sind fast immer die Einheiten.
Im CAD ist das Teil 120 mm breit. Nach dem Import in LightBurn, SheetCAM oder FireControl sind es plötzlich 3048 mm, oder ein winziger Fleck von 4,7 mm. An der Geometrie liegt das nicht. Kaputt ist die Einheiten-Angabe der Datei, und der Skalierungsfaktor sagt dir ziemlich genau, was passiert ist.
Kurzantwort: Eine DXF speichert nur nackte Zahlen, ohne
physikalische Einheit. Das Header-Feld $INSUNITS soll
sagen, was die Zahlen bedeuten, aber viele Exporter lassen es weg oder
schreiben 0 („einheitenlos"). Dein Schneidprogramm muss dann raten.
Liest es eine Millimeter-Datei als Zoll, wird alles 25,4-mal zu
groß, im umgekehrten Fall 25,4-mal zu klein. Der Fix: die
Import-Einheit in der Software passend einstellen, oder die Datei so
reparieren, dass sie ihre Einheit explizit deklariert.
Warum eine DXF ihre Einheit verschweigt
Das DXF-Format stammt aus dem Jahr 1982. Koordinaten darin sind bloße
Zahlen: Eine Linie von 0 bis 100 ist genau das, hundert von
irgendetwas. Die Header-Variable $INSUNITS
(1 = Zoll, 4 = Millimeter) wurde erst viel später
ergänzt und ist optional. Der alte R12-Dialekt, den viele Programme bis
heute als Standard exportieren, weil ihn alles lesen kann, kann
überhaupt keine Einheit speichern.
Wenn also jemand im Forum schreibt, die DXF „entspricht nicht der Originalgröße", ist die Datei fast nie beschädigt. Zwei Programme sind sich nur uneinig darüber, was die Zahlen bedeuten. Deklariert die Datei eine Einheit, nutzen gute Importer sie. Deklariert sie keine, greift eine Voreinstellung, und die passt eben nicht immer zu dem, worin gezeichnet wurde.
Der Skalierungsfaktor ist ein Fingerabdruck
Miss nach dem Import ein Maß, dessen echte Größe du kennst, und teile. Der Faktor zeigt direkt auf die Ursache:
| Importiertes Ergebnis | Faktor | Was passiert ist |
|---|---|---|
| Viel zu groß | 25,4 | Zahlen sind Millimeter, wurden aber als Zoll gelesen. |
| Viel zu klein | 25,4 | Zahlen sind Zoll, wurden aber als Millimeter gelesen. |
| Zu groß oder zu klein | 10 | Zentimeter statt Millimeter. Der Cloud-Export von Fusion 360 schreibt Zentimeter. |
| Zu klein | 3,78 | SVG-Pixel (96 pro Zoll) sind als Millimeter in die DXF gewandert. |
| Zu klein | 3,54 | Alter Inkscape-DXF-Export aus der 90-dpi-Ära. |
Liegt dein Faktor daneben, wurde vermutlich im Quellprogramm selbst skaliert. Ein glatter Faktor wie 2 oder 5 ist fast immer menschlich, kein Einheiten-Problem.
Beim Import geradebiegen
LightBurn
Öffne die Einstellungen (Zahnrad-Symbol) und such die Import-Einstellungen für Dateien. Dort legst du fest, in welcher Einheit DXF-Dateien angenommen werden. Neuere Versionen können die Einheit automatisch erkennen, das funktioniert aber nur, wenn die Datei überhaupt eine deklariert. Kommen deine Dateien immer vom selben Lieferanten in Zoll, stell dort Zoll ein, und das Thema ist dauerhaft erledigt. Die Details stehen in der LightBurn-Dokumentation.
Fusion 360
Der Exportweg entscheidet über die Einheit. Rechtsklick auf die Skizze im Browser-Baum, dann „Save As DXF": Das nutzt deine Dokumenteinheiten, meist Millimeter. Der Export über den Web-Hub schreibt dagegen Zentimeter, daher kommen die meisten 10x-Überraschungen. Autodesk beschreibt den Skizzen-Export in einem KB-Artikel. Kurzfassung: immer über die Skizze exportieren, nie über den Hub.
Inkscape
Setz im DXF-Export-Dialog die Basiseinheit auf mm (oder das, was deine Maschinensoftware erwartet). Aktuelle Inkscape-Versionen verhalten sich sauber; Dateien aus Version 0.91 und älter tragen noch den alten 90-dpi-Maßstab und landen beim Faktor 3,54.
Jedes Programm: messen und exakt skalieren
Wenn du an die Import-Einstellungen nicht herankommst, skalier die Geometrie nach dem Import. Nimm den exakten Faktor, keinen geschätzten: 25,4, 10, 3,7795 oder 3,5433. Ein Teil, das du mit „ungefähr 25" skalierst, liegt am Ende weiter daneben, als deine Schnittfuge breit ist.
Die Datei reparieren, nicht nur das Symptom
Import-Einstellungen reparieren deinen Arbeitsplatz, nicht die Datei. Das nächste Programm (oder der nächste Empfänger) fängt wieder an zu raten. Dauerhaft hilft nur eine Datei, die ihre Einheit selbst deklariert: Exportier aus dem CAD in einem Dialekt neuer als R12 mit gesetzter Einheit, und prüf, ob der Export-Dialog überhaupt ein Einheiten-Feld hat. Fehlt es, kann die Datei ihre Einheit nicht mitschreiben, egal was du einstellst.
Prüf die Datei in Sekunden: Zieh deine DXF in DXF Medic, und du siehst sofort, welche Einheit die Datei deklariert. Deklariert sie keine, bekommst du eine deutliche Warnung plus die angenommene Einheit, kannst sie übersteuern und eine Datei exportieren, die ihre Einheit explizit angibt. Die Diagnose ist gratis und unbegrenzt, und die Datei verlässt nie deinen Rechner.
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